Indonesien ist, gemessen an seiner Population, mit mehr als 250 Millionen Einwohnern das viertgrößte Land der Welt und ist unter den ASEAN-Staaten das größte Mitglied. Die Wirtschaftsleistung betrug im Jahre 2015 nominal 932,4 Billionen US-Dollar. Damit erreicht Indonesien als Land das 16 höchste BIP der Welt. Was jedoch vorwiegend der grossen Bevölkerung geschuldet ist. Pro Kopf beträgt das BIP nominal etwas mehr als 3’600 USD, womit Indonesien zu den ärmeren Ländern gehört. In den vergangenen Jahren ist die Wirtschaft von Indonesien jeweils um 5 – 6 Prozent gewachsen. Die Inflation ist ein stetiger Begleiter Indonesiens, in den vergangen Jahren belief sich die Teuerungsrate auf 4 – 6 Prozent. Bei den Einkommen gibt es zudem grosse Unterschiede. Sowohl Regional als auch zwischen den sozialen Schichten.

Mit einem nominalen Pro-Kopf-Einkommen von gerade einmal 3.600 US-Dollar (11.700 US-Dollar KKP), liegt Indonesien hinter Malaysia und Thailand. Während dem sich die wirtschaftliche Situation für viele Personen aus der Mittel und Oberschicht verbessert hat leben ein Viertel aller Menschen in Indonesien weiterhin unter der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Personen in abgeschiedenen Gebieten und Gegen in welche vorwiegen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen leben. Fast die Hälfte der erwerbstätigen Personen sind in Indonesien in der Landwirtschaft tätig. Der Anteil am BIP liegt jedoch bei lediglich 14 %.

Motoren der indonesischen Wirtschaftsleistung waren 2015 vor allem: Bergbau und Industrie (30,6 % des BIP), Handel und Tourismus (16,8 % des BIP) und der Bausektor (10,8 % des BIP). Der Rest entfällt auf die Landwirtschaft, sonstige Wirtschaftszweige und Kommunikation und Transport. Ein Drittel des BIP floss in jenem Jahr in Bruttoanlageinvestitionen seitens des Staates und seitens der Unternehmen und Privatleute.

Die Staatsverschuldung lag 2016 bei 260,1 Milliarden USD – was 27,9 % des BIP entspricht. Dir relativ niedrige Staatsverschuldung (verglichen beispielsweise mit europäische Länder, die USA und Japan weisen jeweils deutlich mehr als 70 % auf) und die in Angriff genommenen Maßnahmen zur Stabilisierung und Förderung des Wirtschaftswachstums, machen Indonesien zudem zu einem interessanten Ziel für Investoren.

Wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre und Ausblick

Indonesien vollbrachte bis in die späten 1990er ein enormes Wirtschaftswachstum. Im Zuge der Asienkriese wurde die indonesische Währung (Rupiah; IDR) um drei Viertel abgewertet, was zu einem Zusammenbruch des Marktes führte. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Wirtschaftliche Lage wieder stabilisiert und Indonesien fand auf den Wachstumspfad zurück. Dazu beigetragen hat ein stabiler Binnenmarkt, der Export von Rohstoffen sowie die Tourismusbranche, welche in ganz Asien floriert.

Zusätzlich profitiert Indonesien von seinen Nachbarn, die größtenteils ebenfalls ein Wirtschaftswachstum aufweisen und so stabile Märkte bieten. Gleichzeitig befindet sich China als große Investitionsmacht als Präsenz in Indonesien – ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung (7,8 %) sind Übersee-Chinesen. Indien wird in seiner wachsenden Rolle als finanzielle Großmacht zunehmend wichtig für den Außenhandel des Landes.

Das Wachstum der vergangenen Jahre soll weitergeführt werden, insbesondere möchte Indonesien die Wirtschaft weiter modernisieren. Der Dienstleistungs- und Industriesektor sollen weiterwachsen. Die sehr junge Bevölkerung bildet die Grundlage, dass Indonesien den Anteil der verarbeitenden Industrie ausweiten kann.

Der Anteil am verarbeitenden Gewerbe soll wachsen.

Die wichtigsten Handelspartner Indonesiens

Die wichtigsten Handelspartner Indonesiens für den Export waren 2015: China (11,6 %), USA (11,2 %), Japan 11,1 %), Singapur (7,8 %) und Indien (7%). Importiert wurde im selben Jahr vor allem aus: China (22,7 %), Singapur (10,7 %), Japan (9,6 %), Thailand (6,4 %) und den USA (5,4 %).

Indonesien wird als einer der Next-Eleven-Staaten gehandelt. Dies meint, dass Indonesien ähnliches Potenzial hat wie vergleichbare strukturierte Länder, die in der Vergangenheit ein hohes Wirtschaftswachstum zeigten. Hier sind China, Indien, Brasilien und Russland gemeint.

Rohstoffe Indonesiens

Indonesien ist reich an Rohstoffen, die den Export des Landes prägen. So stellt Indonesien etwa einen der weltweit größten Produzenten von Flüssigerdgas dar. Zudem befindet sich in Westneuguinea die größte Goldmine der Welt. Der Export von Gold trägt zwischen 10 und 12 % des BIP bei, soll sich aber verknappen, da das Gold zunehmend für die verarbeitende Industrie und Rücklagen genutzt werden soll. Zudem ist der Bergbau in Indonesien, der sich auch auf Kupfer, Nickel und Kohle stützt, oftmals negativ in den Schlagzeilen. Gründe hierfür liegen in unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen. Die größten Bergbaukonzerne im Land sind amerikanisch.

Indonesien exportiert ferner Agrarprodukte – vor allem Palmöl, Reis, Kakao und Kaffee. Ersteres wird mit der weltweit größten Produktion erzeugt und benötigt eine Fläche von 13 Millionen Hektar, was einem Drittel der deutschen Landesfläche entspricht. Reisfeldterrassen ziehen sich durch das gesamte Land und dienen primär der Selbstversorgung der Bevölkerung.

Für den Anbau von Ölpalmen weicht der Regenwald des Landes kontinuierlich, was Indonesien zum Staat mit den meisten bedrohten Arten macht. Darunter fallen Elefanten, Tiger und der Orang-Utan. Es gibt wenige Bestrebungen seitens der Politik oder Wirtschaft, die Palmölproduktion zugunsten der Umwelt einzudämmen, da sie einen wichtigen Wirtschaftszweig darstellt.

Wilmar, der weltgrößter Produzent von Palmöl, produziert vorwiegend in Indonesien. Durch den stetigen Hunger nach Palmöl in den Industrienationen (für Lebensmittel, Kosmetik und Kraftstoffe), wird der Ausbau der Palmölplantagen stetig vorangetrieben. Dadurch ausgelöste Konflikte führen zu einer Landflucht und teils zur Zerstörung der Existenzgrundlage kleinerer Bauern.

Ebenfalls problematisch ist der Raubbau am Regenwald von Westneuguinea zur Gewinnung des Tropenholzes Merbau. Hier liegt das letzte natürliche Vorkommen, dass jedoch allmählich erschöpft wird. Während ein Kubikmeter des Holzes den eigentlichen Besitzern (den Stämmen Papuas) um die zehn USD einbringt, verzwanzigfacht sich der Preis mit dem Export und der Weiterverarbeitung.

Sieht zwar schön und romatisch aus, ist jedoch nicht sehr ergiebig. Der Fischfang für die Bevölkerung in ländlichen Gebieten.

Das Bankwesen Indonesiens

Das Bankwesen Indonesiens ist vielen Punkten sehr speziell. Nicht nur, dass nur die Minderheit der Indonesier über ein Konto verfügt, die Banken machen mit ihren Krediten auch nur 36 % des BIP aus. Daraus ergibt sich, dass die private Verschuldung in Indonesien vergleichsweise gering ist. Ein Grund hierfür sind die hohen Zinsen bei kleinen und mittelgroßen Krediten. Sie können bis zu 20 % betragen und machen Kredite unattraktiv für Verbraucher. Dank der hohen Margen, sind die indonesischen Banken allerdings äußerst profitabel und können als stabil bezeichnet werden. Auch im Zuge der Investitionstätigkeiten im Land (vor allem für die Infrastruktur), bemüht man sich, die Kreditlast gering zu halten. So wird eher auf Investitionen von Geldgebern und Firmen zurückgegriffen, die mit Anteilen (bei Projekten, die Einkünfte generieren sollen) bezahlt werden, oder es wird Eigenkapital verwendet.

Bauwirtschaft und Infrastruktur

Der Bauwirtschaftssektor trägt mehr als 10 % zur Wirtschaftsleistung von Indonesien bei, dies ist ein vergleichsweise hoher Wert, welcher auch auf die anstehenden Infrastrukturprojekte zurückzuführen ist. Darunter fällt beispielsweise der Bau einer U-Bahn in Jakarta und das Ausbauen von Flug- und Seehäfen. So soll der Personenverkehr erleichtert werden. Die Flug- und Seehäfen sollen zudem darauf ausgelegt werden, größere Gütermengen umschlagen zu können und schlicht mehr Flugzeuge und Schiffe zu fassen. Da der Export per Schiff der wichtigste Handelsweg für Indonesien ist, wird hier besonders viel investiert: Präsident Joko Widodo plant die Investition von 33 Milliarden USD in den Neu- und Ausbau von Häfen.

Das Steigern der Effizienz beim Güter- und Personentransport wird in Indonesien als Kernaufgabe gesehen. Denn nur so lassen sich die teuren Transportkosten senken, was die gesamte Wirtschaft stärkt. Zudem soll die Wirtschaft von Java aus auch auf andere Inseln ausstrahlen.

Der Tourismussektor

Der Tourismus ist für Indonesien eine wichtige Einnahmequelle. So verzeichnet Bali etwa vier Millionen Besucher pro Jahr, was beinahe vollständig zum Decken des gesamten Haushaltes der Insel genügt.

Im Jahre 2015 reisten insgesamt 10,4 Millionen Menschen nach Indonesien. Die Tourismusbranche in Indonesien nimmt etwa 12 Milliarden US-Dollar im Jahr ein. Nebst Bali waren auch Jakarta, Sumatra sowie die zahlreichen Nationalparks und buddhistischen und hinduistischen Stätten Anziehungspunkte. Bis zum Jahre 2020 soll sich die Touristenanzahl noch einmal verdoppeln, was mit dem weiteren Ausbau von Angeboten und Hotels erreicht werden soll.

Die Tourismus Branche floriert in ganz Indonesien und besonders auf Bali. Sie soll in den nächsten Jahren weiter Wachsen.

Ungleichheit in Indonesien

Vom Wachstum in Indonesien profitieren längst nicht alle Menschen im gleichen Ausmass. Der Aufschwung zieht besonders an Personen in ländlichen Gegend vorbei. Dies führt dazu, dass junge Arbeiter aus ländlichen Gegenden aufbrechen und ihr Glück in der Stadt versuchen

Interessant ist auch ein Blick auf die Mindestlöhne, welche je nach Region variiert. Während der Mindestlohn in Jakarta (Bruttomonatsgehalt) bei 3.355.750 IDR liegt, beträgt er in Westjava mit 1.420.624 IDR nicht einmal halb so viel.

Zukunftspläne

Die indonesische Regierung forciert derzeit eine Industrialisierung des Landes. Vor dem Hintergrund, dass die Rohstoffe des Landes größtenteils unverarbeitet exportiert werden, wird dies mit dem steigenden Bedarf an Industriegütern im eigenen Land notwendig. Schließlich bedeutet der Wiederimport von Rohstoffen, die lediglich zur Verarbeitung exportiert werden, ein unwirtschaftliches Handeln. Ein erster Schritt bestand daher in einem Exportverbot von unverarbeiteten Erzen. Selbiges Verbot wurde wenig später aufgrund der Einflussnahme amerikanischer Bergbauunternehmen (es folgte ein Stopp der Förderung der jeweiligen Erze) in Teilen aufgeweicht. Dennoch wird nun vermehrt in Schmelzanlagen investiert.

Auch die Landwirtschaft bedarf einer Modernisierung. So gibt es viele Bereiche im Land, in denen die Landwirtschaft noch immer mit primitivsten Mitteln vollbracht wird. Investitionen in die Bildung und die Förderung von landwirtschaftlichen Betrieben sollen gestärkt werden, wobei es auf einigen Inseln fraglich ist, ob die eingesetzten Gelder ihr Ziel erreichen. Schließlich gilt Indonesien als teils sehr korrupter Staat, wobei der Anteil der wahrgenommenen Korruption häufig mit der staatlichen Zuständigkeit steigt.

Wesentlich für das Vorankommen der indonesischen Wirtschaft ist zudem ein stetiger Ausbau der Infrastrukturen. Dadurch, dass es sich bei Indonesien um einen Staat aus mehr als 17.000 Inseln handelt, von denen 6.000 bewohnt sind, ergeben sich Probleme. So sind etwa keine längeren Straßen oder Zugstrecken vorhanden. Die Transportmittel der Wahl sind Boote, Schiffe und Flugzeuge, wobei es vielerorts an modernen Häfen und Flugplätzen fehlt. Außerdem ist der Transport äußerst mühselig und führt zu einer Verteuerung der gehandelten Produkte. Verteuerungen um den Faktor zehn, die nur durch den Transport entstehen, sind nicht ungewöhnlich und lähmen Projekte, die ein Zusammenarbeiten von Akteuren aus unterschiedlichen Landesteilen bedingen.

Zudem bemüht sich Indonesien um das Stärken der Marktwirtschaft, die im Grunde anderen Vorbildern folgt. Torpediert wird sie durch die Tatsache, dass der öffentliche Sektor (Transport, Versorgung usw.) größtenteils noch verstaatlicht ist, oder Mitglieder der kommunalen Verwaltungen großen Einfluss haben. Entsprechend ergeben sich lokal politisch motivierte Bevorteilungen regierungsnaher Geschäftsleute.

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